Schröderstr. 4  (1882 - 1910) ©

135 Jahre Gemeinde Lüneburg

Die Neuapostolische Kirche entstand um 1863 zunächst im Hamburg. Schon bald konnten weitere Gemeinden gegründet werden, so im Jahre 1882 durch den damaligen Diakon und späteren Bischof Peter Jacob Popp auch in Lüneburg. Die Gottesdienste fanden zunächst – bis 1910 – in einem Privathaus in der Schröderstraße 4 statt. Nach Hamburg-Lurup war Lüneburg die zweite Gemeinde im Bereich der heutigen Gebietskirche Hamburg.

Schröderstr. 4  (1882 - 1910) ©

Lüneburg: Schröderstraße 4

Hier versammelte sich von 1882 bis 1910 die Gemeinde zu ihren Gottesdiensten.

Weitere Bleibe für die Gemeinde: Bardowicker Straße / am Wall

Im Jahre 1910 zählte die Gemeinde 60 Mitglieder, so dass die bisherige Versammlungstätte nicht mehr den Anforderungen genügte. Es konnte das Gebäude in der Bardowicker Straße 24 (am Wall) angemietet werden; die Raumprobleme waren damit zunächst gelöst. Bis 1930 fanden die Gottesdienste der Gemeinde hier statt.

Salzstraße 15a - Außenansicht ©

1930: Erste eigene Versammlungsstätte in der Salzstraße 15a

Die weitere Entwicklung der Gemeinde brachte es mit sich, dass erneut eine adäquate Lösung gefunden werden musste. In der Salzstraße 15a (am heutigen Lambertiplatz) wurde ein passendes Grundstück mit Gebäude erworben. Der hintere Teil des Gebäudekomplexes wurde zu einer Versammlungsstätte ausgebaut und am 16. März 1930 als erste eigene Versammlungsstätte der Gemeinde geweiht.

Sakzstraße - Innenansicht ©

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Schwierig wurde es nach Ende des Zweiten Weltkrieges:

Die Kirchenräume wurden vorübergehend beschlagnahmt, um Vertriebene und Flüchtlinge unterbringen zu können. Trotz der damit einhergehenden gravierenden Einschränkungen konnten die Gottesdienste weiterhin durchgeführt werden, allerdings nicht wie gewohnt, sondern in der Wohnung des Gemeindevorstehers, der im gleichen Gebäudekomplex wohnte und auch unter Hinnahme ganz besonderer Enge. Für bestimmte Tageszeiten galt nach Maßgabe der damaligen Besatzungsmacht eine Ausgangssperre, die insbesondere für die Abendgottesdienste zu beachten war. Dies alles nahm erst mit der erfolgten Freigabe der Kirchenräume im Sommer 1946 eine Wende zum Guten. Trotz der sehr angespannten wirtschaftlichen Situation konnte der Kirchensaal schließlich wieder für gottesdienstliche Zwecke hergerichtet werden.

Die Gemeinde wuchs stetig. Mit 339 Mitgliedern (Stand: Ende 1952) war der Kirchensaal fast in jedem Gottesdienst überfüllt. Mangels anderer räumlicher Alternativen führte dies schließlich dazu, dass die Gemeinde 1953 geteilt werden musste und zwar in Lüneburg-West und -Ost. Die Gemeinde Lüneburg-West versammelte sich weiterhin in der Salzstraße 15a; der Gemeinde Lüneburg-Ost wurde die Nutzung der damaligen Schule IV, Bei der St. Johanniskirche 21 (heute Johannes-Rabeler-Schule) ermöglicht.

Was das Kirchengebäude in der Salzstraße betrifft, so befand sich dieses im Senkungsgebiet *) der alt-ehrwürdigen Hansestadt Lüneburg. Dieser Umstand hatte im Jahre 1958 zur Folge, dass der gesamte Gebäudekomplex aufgrund erheblicher Senkungsschäden abgerissen werden musste. Die beiden Lüneburger Gemeinden wurden deshalb ab Dezember 1958 wieder räumlich zusammengeführt; zu den Gottesdiensten versammelte man sich seitdem nur in der damaligen Schule IV.

Eingangsbereich  (2007) ©

Eigenes Kirchengebäude

Die heutige Kirche im Wilschenbrucher Weg 90 a – gebaut nach den Plänen des Lüneburger Architekten Dipl.-Ing. Friedrich Wilhelm Steinbach – wurde am 4. Juli 1959 eingeweiht. Seitdem verfügt die Gemeinde über eine schöne und zweckmäßige Versammlungsstätte mit ca. 250 Sitzplätzen. In den Jahren 1974 und 1997 wurde das Kirchengebäude um Nebenräume insbesondere für die Jugend und für die Kinder erweitert.

Zur Gemeinde Lüneburg zählen rund 460 Mitglieder; sie werden von  11 Amtsträgern betreut, die ihren Auftrag in der Gemeinde ehrenamtlich ausüben. (Stand: Dez. 2022)

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*)  Lüneburg ist eine alte Salz- und Hansestadt, in der über Jahrhunderte hinweg aus Sole Salz gewonnen wurde. Dies blieb leider nicht ohne geologische Folgen. Das Senkungsgebiet liegt zwischen der Lüneburger Saline (heute Deutsches Salzmuseum) und dem Kalkberg. Die Häuser jenes Bereiches stehen über dem Salzstock, der durch die Saline abgebaut wurde und bis knapp unter die Erdoberfläche reicht. Durch den vermehrten Salzabtrag mittels verbesserter technischer Fördermöglichkeiten, etwa ab 1830, begann sich die Oberfläche um mehrere Meter abzusenken. Es entstand das so genannte Senkungsgebiet. Eltliche der ursprünglich dort vorhandenen Gebäude verloren dadurch ihre Stabilität und mussten abgerissen werden - so auch die St.-Lambertikirche im Jahre 1860/61 und die Versammlungsstätte der Neuapostolischen Kirche Lüneburg in der Salzstraße 15 a im Jahre 1958.

Weitergehende Informationen zur Kirchengeschichte finden Sie hier.